Hallo Carsten,
mit "Performance-Steigerung" meine ich zunächst mal "Geschwindigkeit". Die ist - in der mir derzeit vorliegenden englischen Version - deutlich besser (mit Helge Schneider gesprochen), und die Steigerung von 10 auf 11 deutlich größer als von 9 auf 10. Im übrigen stimme ich Dir zu, dass der Unterschied zwischen 9 und 10 dann doch nicht so groß war wie gehofft (und proklamiert), was mir aber erst jetzt so recht bewusst wird, seit ich 11 teste. Früher war es mir auch so ziemlich schnuppe, ob der Text 100 ms früher oder später erscheint, und ist es heute auch noch - diese Größe ist sowieso nicht maßgeblich im laufenden Diktat -, interessanter ist aber das Verhältnis der Dauer einer Äußerung zur Dauer der internen Bearbeitung, und diese Daten holt mein Programm unmittelbar aus dem Prozess und rechnet den Faktor aus, ohne dass Schieberegler manuell irgendwo hingesetzt werden müssten, wobei jedes Mal etwas ganz anderes heraus kommt. (Wenn es sein müsste, könnte es auch noch die Zeit berechnen zwischen dem Ende der Äußerung und dem Erscheinen des Textes.)
Was die Verbesserung der Genauigkeit angeht - auch darin stimme ich mit Dir überein, dass die Wortendungen das größte Problem darstellen, ich kämpfe damit bei praktisch jedem Gutachten, und immer wieder aufs neue -, so habe ich zumindest aus dem bisherigen Umgang mit 11 zu berichten, dass, wie Du schon sagst, das Sprachmodell tatsächlich viel mehr "richtig" korrigiert als zuvor. Allerdings wieder mit der Einschränkung für das Englische, und fast ausschließlich mit dem Standard-Vokabular.
Nun wirst Du einwenden, was soll der Quatsch, im Englischen gibt es doch gar keine Wortendungen, nicht wahr? - Stimmt, aber viele andere, gleichartig gelagerte Fälle und insbesondere häufig verwendete einsilbige Wörter, die sehr leicht miteinander verwechselt werden, weil sie sehr ähnlich und manchmal sogar identisch klingen. Nach dem, was ich bisher beobachtet habe, ist gerade auf diesem Gebiet eine ganz klare Verbesserung erzielt worden, dadurch, dass das Sprachmodell schlussendlich zum richtigen Ergebnis kommt - meistens, und sogar wenn ich nicht ganz sauber diktiere.
Den Unterschied, nach meiner Beobachtung, macht der Umstand, dass die neue Version die vorhandenen Prozessorkerne tatsächlich nutzt, was man sehr gut daran beobachten kann, dass bei unklarem Diktat eindeutig länger gerechnet wird, und, wenn man gegen die Voreinstellung das konventionelle Erkennungsfenster aktiviert hat, es manchmal faszinierend ist zu beobachten, welche erstaunlichen Wandlungen die Umsetzung vollzieht, bis sie schließlich "am Ziel" ist.
Allerdings, wie schon gesagt, inwieweit das für die deutsche Version zutreffen wird, und insbesondere für Deine und meine Spezial-Wehwehchen (Endungen benutzerdefinierter Wörter, die sonst kein normaler Mensch verwendet), bleibt abzuwarten.
Also ich werde auf jeden Fall umsteigen - und Du irgendwann auch!
Grüße
Rüdiger
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