1 Zuletzt bearbeitet von Mr.Ed (18.02.2017 23:01:42)

Thema: Datensicherheit / Puppe "Cayla"

Hallo allerseits, ich nutze Dragon seit vielen Jahren beruflich und privat und bin sehr zufrieden damit. Auf meinem Android-Smartphone verwende ich die App „Swype+Dragon“, ebenfalls von Nuance. Nun ist seit einigen Tagen bekannt, dass die Bundesnetzagentur Eltern empfiehlt, die Puppe „Cayla“ zu zerstören, unter anderem mit dem Argument, dass dort die Firma Nuance, der man allerlei unterstellt, mitlauscht:

http://www.dw.com/de/netzagentur-verbie … a-37607493

Im Zusammenhang mit „Swype+Dragon“ ist mir schon klar, dass alle Daten über den Server von Nuance laufen. Ich bin also entsprechend vorsichtig und diktiere über diese App keine sensiblen persönlichen oder beruflichen Daten, Passwörter etc. Wie ist es aber mit der Spracherkennung am PC?

Unter „Extras-Daten“ findet man in DPI 15 einen Kasten „Datensammlung“. Dort kann man eine Check-Box anklicken: „Sprachdaten und Metriken von Google Analytics zur Verbesserung von Dragon bereitstellen (kann bis zu 500 MB Festplattenspeicher beanspruchen)“. Ich habe das vorsichtshalber nicht aktiviert. Damit schließe ich aber nur „Google Analytics“ aus.

Wie ist es mit Nuance selbst? Ist sichergestellt, dass meine Inhalte nicht auf einem Server von Nuance landen? Hier sind ja einige Juristen unterwegs, deren Meinung würde mich schon sehr interessieren. Vielen Dank!

DPI 15 (15.00.000.076) auf Windows 7 (64-bit)

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Re: Datensicherheit / Puppe "Cayla"

Eine schlimme Sache ist das. Weil ich keine Lust hatte, der permanenten Überwachung auch noch aktiv zustimmen zu müssen, habe ich mich ganz schnell wieder von Windows 10 verabschiedet und bin entschlossen so lange bei Windows 8.1 auszuharren, wie es irgendwie geht, auch wenn es vielleicht naiv ist zu glauben, dass ich damit nicht abgehört werde.

Damit schließe ich aber nur „Google Analytics“ aus. Wie ist es mit Nuance selbst? Ist sichergestellt, dass meine Inhalte nicht auf einem Server von Nuance landen?

Nein, Sie schließen damit auch die "Sammlung der Sprachdaten" aus, was sich auf die Diktatdaten selbst bezieht. Diese würden ohnehin nicht stillschweigend im Hintergrund übertragen, sondern im Paket und nach einem festgelegten Zeitplan, während Dragon nicht läuft, aber der Computer eingeschaltet ist. Informationen dazu findet man an verschiedenen Stellen der Online-Hilfe, wenn man sich dadurch klickt.

DPI 15 (15.00.000.076) auf Windows 8.1 (64-bit)
SpeechMike Premium (LFH3500) mit Philips Device Control Center (3.0)
Intel i7 2600 QuadCore - 3.4 GHz - 8 MB L3-Cache - 6 GB RAM

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Re: Datensicherheit / Puppe "Cayla"

Zuerst einmal: ich bin kein Rechtsanwalt, möchte aber trotzdem meine Meinung zu der angeschnittenen Problematik äußern.

Die Kritik an der Puppe „Cayla“ und deren Verbot basieren nicht auf der Tatsache, dass die Sprachdaten auf einem Server von Nuance Communications in den USA übersetzt werden, sondern auf der unsicheren Funkverbindung und der Auswertung der „Gespräche“ durch die Herstellerfirma. Zahllose andere Geräte und Programme senden Sprachdaten an Nuance zwecks Umsetzung in Text, weil aus den unterschiedlichsten Gründen die Umsetzung nicht direkt erfolgen kann.

Sofern die Dragon Spracherkennung lokal auf PC oder Laptop oder auf einem dedizierten Server stattfindet, würde ich hier keine Probleme sehen. Andernfalls wäre die gesamte Sprachsteuerung fragwürdig. Dafür, dass Dragon unkontrolliert Sprachdaten in die USA überträgt, gibt es derzeit keine Hinweise. Auf jeden Fall kann (oder sollte) man die Datensammlung abschalten, und wer ganz sicher gehen will, kann Dragon ja auch ohne Internetanbindung betreiben.
Gruß, Pascal

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Re: Datensicherheit / Puppe "Cayla"

P.Roch schrieb:

Auf jeden Fall kann (oder sollte) man die Datensammlung abschalten, und wer ganz sicher gehen will, kann Dragon ja auch ohne Internetanbindung betreiben.
Gruß, Pascal

Vielen Dank für die Antworten. Ja, ich denke ebenfalls, dass Dragon auch ohne gleichzeitige Internetanbindung arbeitet.

Frage ist nur, ob dann nicht doch, auch wenn  Dragon  gerade nicht aktiv ist, der Rechner aber aus anderen Gründen "online" ist, bei Gelegenheit Daten abgelauscht werden. Ich denke zwar, so etwas wäre, wenn bekannt und/oder veröffentlicht, verheerend für Nuance's Geschäftsmodell (vor allem bei Juristen und Medizinern, also den Zielkunden für die wirklich teuren Dragon-Versionen). Aber wie ist es mit einem Normalkunden wie mir? Wer weiß?

DPI 15 (15.00.000.076) auf Windows 7 (64-bit)