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Thema: Was kann ich bei Problemen mit der Befehlserkennung tun? (Checkliste)

Was kann ich bei Problemen mit der Befehlserkennung tun? (Checkliste)

Im Folgenden werden die am häufigsten auftretenden Problemfälle systematisch besprochen. Diverse weitere, möglicherweise speziellere Fälle sind jedoch nicht auszuschließen und müssen jeweils im Detail betrachtet werden.

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Fall A: Ein Navigations- oder Editierbefehl wird nicht umgesetzt, stattdessen wörtlich oder annähernd wörtlich in den Text geschrieben.


(0.) Nachtrag (aus aktuellem Anlass): Stellen Sie sicher, dass die Natürlichen Sprachbefehle überhaupt in den Optionen aktiviert sind, unter "Extras - Optionen - Befehle - Natürliche Sprachbefehle".


(1.) Stellen Sie sicher, dass Sie vor und nach dem Befehl eine deutliche Pause sprechen und zusammenhängende Befehle als Einheit diktieren, nur dadurch können Befehle grundsätzlich vom Textdiktat unterschieden werden, und wenn sie als solche erkannt werden, bekommt das Erkennungsfenster auch einen blauen Rahmen. Dies gilt für alle eingebauten und benutzerdefinierten Befehle. Ausnahmen hiervon sind die so genannten "Inline"-Befehle, wie zum Beispiel "Neuer Absatz", "Neue Zeile" und einige mehr, die auch ohne Pause vorher erkannt werden, weil es sich hierbei eigentlich um Vokabulareinträge handelt, und bei denen das Erkennungsfenster nicht umrandet wird.

Zusammengesetzte Befehle müssen zusammenhängend ohne Pause gesprochen werden, zum Beispiel "zum Anfang des Dokuments". Dasselbe gilt für zusammengesetzte Befehle mit freien Bestandteilen, wie zum Beispiel "markier zusammenhängend" oder "markier zusammenhängend bis werden".

Ob der Befehl mittels Pause deutlich abgesetzt vom umgebenden Diktat gesprochen wurde, kann man in der Erkennungsansicht überprüfen (unter "Wörter - Erkennungsansicht anzeigen", oder mittels Diktat "Erkennungsansicht anzeigen"). Dort muss die Befehlsfolge auf einer separaten Zeile gelistet sein.
Hierzu ein Beispiel:


http://img46.imageshack.us/img46/3089/sc01.jpg


http://img46.imageshack.us/img46/8569/sc02.jpg


Die Länge der Pause, die erforderlich ist, damit ein Befehl als solcher erkannt wird, kann unter "Extras - Optionen - Befehle" mittels Schieberegler eingestellt werden. Änderungen an der Voreinstellung sollten jedoch in minimalen Schritten vorgenommen und gründlich getestet werden.


(2.) Stellen Sie sicher, dass Sie im richtigen Erkennungsmodus diktieren, unter "Wörter - Standardmodus oder Befehlsmodus". Im Zweifelsfall können Sie Befehlserkennung auch forcieren, indem Sie die Steuerung-Taste während des Diktates des Befehls gedrückt halten, dadurch wird vorübergehend in den Befehlsmodus geschaltet. Das Gegenstück dazu ist die Shift-Taste, wodurch temporär der Diktiermodus aktiviert wird.



(3.) Stellen Sie sicher, dass der von Ihnen verwendete Befehl überhaupt existiert und dass Sie ihn genauso diktiert haben, wie er vorgesehen ist, auch wenn es ggf. mehrere Varianten gibt. Überprüfen Sie dies im Befehlscenter und achten Sie darauf, dass der passende Kontext unter "Befehlsgruppe" gewählt ist. Zur Vereinfachung können Sie die Ansicht mit bestimmten Stichwörtern filtern. Das folgende Beispiel listet alle nicht expandierten Befehle mit den Wörtern "Absatz löschen" für Microsoft Word 2007 auf. Wenn ein Befehl expandiert ist, kann er dort auch trainiert werden.


http://img169.imageshack.us/img169/8136/sc03.jpg



(4.) Wenn, was gelegentlich vorkommen kann, eine bestimmte Befehlsvariante trotz aller Vorkehrungen nicht erkannt wird, versuchen Sie es mal mit einer Alternative, zum Beispiel "formatier das fett - mach das fett - Auswahl fett - fett <Wort>".




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Fall B: Anstelle der Texteingabe wird unbeabsichtigt ein Befehl ausgeführt.


(1.) Überprüfen Sie zunächst unmittelbar danach in der Erkennungsansicht, was genau verstanden wurde. Wie weiter oben ausgeführt, wird jeder erkannte Befehl auch dort gelistet, so dass Sie jederzeit nachvollziehen können, was eigentlich passiert ist, solange die Erkennungsansicht noch nicht überschrieben ist.

(2.) Wahrscheinlich haben Sie ein Wort oder mehrere Wörter diktiert, wofür auch ein Befehlsnamen besteht, und dieses Wort oder die Phrase isoliert, also nicht im Zusammenhang, sondern mit einer Pause davor und ggf. danach diktiert. Hierzu einige Beispiele:

Wir kommen nun zum Ende der Veranstaltung...
zusammenhängend diktiert: Texterkennung
Wir kommen nun [Pause] zum Ende der Veranstaltung...
Pause davor, danach zusammenhängend: Texterkennung
Wir kommen nun [Pause] zum Ende [Pause]...
Pause davor und danach: der Cursor springt ans Ende des Dokuments!

(3.) Wenn trotz zusammenhängendem Diktat von Text dennoch unbeabsichtigt ein Befehl ausgeführt wird, sprechen Sie entweder zu langsam oder der Schieberegler zur Einstellung der Pausenlänge (siehe oben) steht zu weit links. Seit der Version 10 ist die Befehlserkennung deutlich "schärfer" eingestellt und wird manchmal schneller aktiviert als man für möglich hält.

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Fall C: Mitten im Diktat wird unerwartet ein Menü geöffnet, das Textfenster geschlossen, ein Betriebssystem-Befehl ausgeführt, eine nicht fertig gestellte E-Mail versendet, eine neue Internetseite geöffnet...


Sie haben ein Wort isoliert diktiert, welches eine der oben genannten Aktionen - und dies ist nur eine Auswahl - als Befehl unweigerlich auslöst. Beispiele:

Ich bin der [Pause] Ansicht [Pause]:
in fast allen Anwendungen gibt es dazu einen entsprechenden Menüpunkt, der dann aufgerufen wird.

Wir kommen nun darauf [Pause] zurück [Pause]:
dadurch wird ein Navigationsbefehl ausgeführt, der den Cursor an die vorhergehende Position bewegt.

Ich werde Ihnen den Artikel morgen [Pause] senden [Pause]:
in Outlook wird die Nachricht dann abgeschickt.

Die Mannschaften sind am [Pause] Start [Pause]:
das Startmenü von Windows wird geöffnet.

Zur Vermeidung solcher Ereignisse gibt es ein paar Gegenmittel:

(1.) Die eleganteste - und professionellste - Lösung ist, stets zusammenhängend, jedoch mit den Pausen an der richtigen Stelle zu diktieren. Mit etwas Übung geht das in Fleisch und Blut über.

(2.) In vielen Fällen kann man sich behelfen - und das ist nicht minder professionell und gelingt mit etwas Erfahrung und Übung -, indem man vor einem Wort, welches einen Befehl auslöst und welches man aus welchen Gründen auch immer isoliert diktiert, einen zusätzlichen Befehl einfügt, der jedoch nichts bewirkt, und diesen zusammen mit dem Wort diktiert. Beispiel:

Ich werde Ihnen den Artikel morgen [Pause] Kleinbuchstaben|Leertaste senden [Pause]:
jetzt wird die Nachricht in Outlook nicht mehr versendet!

(3.) Wem das zu kompliziert ist oder wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Optionen auch so einstellen, dass grundsätzlich vor jedem Menübefehl das Wort "Klick" diktiert werden muss, ebenso dass Hyperlinks auf Internetseiten nur so aktiviert werden können (siehe dazu die Registerkarte "Befehle" unter Extras - Optionen).

Wer sich für diese Einstellungen entscheidet, muss jedoch unter Umständen einen nicht unerheblichen Effizienzverlust in Kauf nehmen, dadurch bedingt, dass das Wort "Klick" möglicherweise unzählig oft am Tage diktiert werden muss.

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