ich hoffe, ihr könnt mir mit euren Erfahrungen weiterhelfen.
Ich nutze Dragon Professional 16 jetzt seit etwa einer Woche und habe in dieser Zeit sehr viel ausprobiert. Ich habe mehrere neue Benutzerprofile angelegt, das Vokabular ergänzt, Wörter trainiert und viele Tests durchgeführt.
Anfangs dachte ich, mein Hauptproblem seien die zusammengesetzten Wörter. Zum Beispiel wurden aus normalen Wortgruppen plötzlich Komposita.
Inzwischen habe ich aber mehrere längere Fließtexte diktiert und dabei zeigt sich ein deutlich größeres Problem.
Es geht mir nicht darum, dass einzelne Wörter falsch erkannt werden. Das ist bei jeder Spracherkennung normal und damit kann ich leben.
Was mir Sorgen macht, ist Folgendes:
ganze Wörter werden ausgelassen, Satzteile verschwinden, Wörter werden durch andere ersetzt, Satzzeichen werden teilweise ignoriert, dadurch werden manche Sätze so verändert, dass ich beim Korrekturlesen nicht mehr weiß, was ich ursprünglich diktiert habe.
Dazu kommen viele fehlende Wörter wie Artikel, Präpositionen oder ganze Satzteile.
Ein Wort wie Kuschelhaus habe ich sogar ins Wörterbuch aufgenommen. Trotzdem wurde es später wieder falsch erkannt.
Das Problem ist für mich weniger die Anzahl einzelner Fehler als deren Art.
Wenn ich einen längeren Text diktiere, habe ich die Geschichte komplett im Kopf. Beim späteren Korrekturlesen weiß ich aber oft nicht mehr, was an einer bestimmten Stelle ursprünglich gestanden hat, weil Dragon nicht nur einzelne Wörter falsch erkennt, sondern teilweise ganze Gedanken auseinanderreißt. Dann wird das Korrigieren zu einer Rekonstruktion des ursprünglichen Textes.
Ich möchte Dragon eigentlich genau dafür nutzen, wofür ich es gekauft habe: längere Texte und Geschichten diktieren. Momentan habe ich jedoch den Eindruck, dass ich einen erheblichen Teil des Textes überarbeiten oder teilweise neu schreiben muss.
Deshalb meine Fragen an die erfahrenen Dragon-Nutzer:
Ist dieses Verhalten in der Anfangszeit normal? Wird die Erkennung nach einiger Zeit bei längeren Fließtexten deutlich besser? Oder muss ich damit rechnen, dass Dragon grundsätzlich so arbeitet? Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit fehlenden Wörtern und zerstörten Satzstrukturen gemacht?
Ich suche keine perfekte Spracherkennung. Mir geht es nur darum einzuschätzen, ob das, was ich im Moment erlebe, normal ist oder ob bei meiner Installation etwas nicht stimmt.
2. Dragon ist am besten bei Sachtexten und Berichten im geschäftlichen/fachlichen Kontext. Eher literarische Wortfelder und Wortfolgen (für "Geschichten") oder Umgangssprache führen zu mehr Fehlern. Es ist daher normal, dass der Algorithmus "Rate" für wahrscheinlicher hält als "Ratte" und "drei" für wahrscheinlicher als "Brei", insbesondere, wenn unsaubere akustische Informationen vorliegen oder nicht mit genug Kontext (im ganzen Satz) diktiert wird.
3. Es ist normal, dass selbst hinzugefügte Wörter nicht immer auf Anhieb gut erkannt werden.
4. Insgesamt liest sich der Bericht, als bestünde ein Mikrofon-Problem oder es würde sehr unsauber diktiert oder es gäbe viele Nebengeräusche ets, jedenfalls, als bestünde ein Problem mit dem akustischen Material. Ob zu den „vielen Tests“ auch gehörte, dass Sie sich die Wiedergabe des Diktats anhören ("Auswahl wiedergeben")? Nur wenn das Resultat klar und deutlich klingt, kann man gute Ergebnisse erwarten. Die Wiedergabe sollte sich anhören, als spräche eine Nachrichtensprecherin im Fernsehen.
Sie haben nicht klar geschrieben, wie Sie diktieren: Direkt mit Blick auf den Bildschirm Satz für Satz mit jederzeitiger Korrektur oder mit einem Diktiergerät, so dass dann ein ganzer Text auf einmal an Dragon zur Umsetzung übergeben wird. Letzteres führt erfahrungsgemäß zu schlechteren Resultaten. Man spricht unsauberer und nicht korrigierte Fehler können die Software im weiteren Verlauf in die Irre führen (alles hoch umstritten, ja, ich weiß, aber so ist meine Erfahrung). Besser ist es, direkt am Bildschirm auf das Resultat zu blicken und Fehler umgehend über die Korrekturfunktion verbessern zu lassen.
Edit: Habe jetzt in Ihrem anderen Post gesehen, welches Mikro Sie verwenden. Ist das wirklich ein Diktiermikrofon? Beste Resultate gibt es mit Mikros, die wenige Millimeter vor dem Mund (leicht seitlich) platziert sind. Meines z.B. ist hervorragend, aber halt auch teuer.
__________________________________________________ Dragon Legal 16, Win 11 Pro, Microsoft 365 64-bit, SpeechMike Premium Air, Intel Core 7 255H, 32 GB RAM, 1TB SSD; + Dragon Legal 16 auf Windows 11 Pro für ARM unter Parallels Pro auf MacBook Air M2
Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Besonders wichtig ist für mich die Information, dass Auslassungen und so stark zerstörte Sätze kein normales Verhalten sind.
Ich diktiere direkt in ein geöffnetes Dokument und nicht über ein Diktiergerät, das anschließend den gesamten Text übergibt. Bei längeren erzählenden Texten korrigiere ich allerdings nicht jeden Fehler sofort, weil mich das aus dem Gedankengang bringt.
Das TONOR TD510 Air H+ wird ausdrücklich auch als Mikrofon für Sprache und Diktieren angeboten. Zusätzlich habe ich ein kleineres Gaming-Mikrofon. Morgen werde ich denselben neutralen und denselben erzählenden Text mit beiden Mikrofonen diktieren und die Reihenfolge anschließend umkehren. Die Möglichkeit, das ursprüngliche Diktat wiederzugeben, hatte ich bisher noch nicht gefunden. Auch das werde ich dabei ausprobieren.