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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 3 mal aufgerufen
 Fragen zur Anwendung
Petersberg Offline



Beiträge: 5

01.02.2011 17:42
RE: Rechtschreibung Zitat · Antworten

Hallo allerseits,

mich nervt die neue Rechtschreibung bei Dragon. Ich muss einfach zu viele sinnentstellende Wörter und Begriffe korrigieren. Das hemmt den ansonsten sehr guten Textfluss beim Diktat. Weiß jemand, ob es für dieses Programm ein entsprechendes PlugIn gibt, mit dem man wieder vernünftiges Deutsch schreiben kann?

Allen eine erfolgreiche Woche!
Petersberg

R.Wilke Offline



Beiträge: 6.119

01.02.2011 17:48
#2 RE: Rechtschreibung Zitat · Antworten

Hallo Petersberg, nein, gibt es leider nicht. Aber haben Sie mal ein paar anschauliche Beispiele?

Aus meiner eigenen Praxis, und da ich praktisch den ganzen Tag diktiere, fällt mir auf die Schnelle nichts ein. Aber, was die Rechtschreibung betrifft, habe ich mich sowieso zwischenzeitlich relativ schmerzfrei gemacht.

Grüße, Rüdiger Wilke

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Marius Raabe Offline



Beiträge: 718

01.02.2011 18:52
#3 RE: Rechtschreibung Zitat · Antworten

Werte Mitstreitende,

ich fürchte, hier wird ein wenig der Sack geschlagen und der Esel gemeint.
Die „neue“ Rechtschreibung, die in ihrer Ausgangsform 1996 – also vor immerhin 15 Jahren – eingeführt wurde, zwingt meines Erachtens spätestens seit der Überarbeitung 2004/2006 keine sinnentstellenden Schreibweisen mehr auf, aber das ist ein endloses Streitthema (insbesondere bekanntlich für Schleswig-Holsteiner).
Es ist der Drache selbst, der nicht alle zulässigen Varianten im Sinne eines tendenziell der alten Art Rechtschreibung verhafteten Sprechers wiedergibt, insbesondere bei der Kompositabildung, aber auch bei dem Wort „selbstständig“ (die zulässige Variante alter Art „selbständig“ fehlt im Vokabular). Sind verschiedene Varianten im Vokabular vorhanden, werden sie auch nicht stets konsequent eingesetzt.
Ebenso berücksichtigt der Drache auch nicht alle Änderungen, so schreibt er z.B. hartnäckig „zugute kommt“ getrennt, obwohl das nach der neuen Rechtschreibung eindeutig zusammengeschrieben wird, umgekehrt ist es bei „zugrundelegen“, welches vom Drachen jedenfalls bei mir im ersten Anlauf in der Regel, wenn auch nicht durchgängig zusammengeschrieben wird, obwohl es getrennt gehört (zu Grunde legen oder zugrunde legen).

Sprachgeplagte Grüße, Marius Raabe

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R.Wilke Offline



Beiträge: 6.119

01.02.2011 19:33
#4 RE: Rechtschreibung Zitat · Antworten

Frage mal ganz kurz: ist das wirklich ein Problem? Ich will nicht behaupten, dass es mir fremd ist, in meiner Zeit als Germanist (vor 1996) war ich auch mal Duden-Fanatiker, habe mir das aber abgewöhnt.

Zurück zum Drachen. Marius, kannst Du Dich erinnern, als ich Dir neulich etwas zum Thema "Worteigenschaften programmatisch" zugesandt habe? (Work in progress, at times)

Dabei ist mir aufgefallen, dass bei Wörtern, wie Du sie hier aufführst, die Alternativen schon vorgesehen sind, schau mal nach bei "selbstständig, zu Grunde, zugrundeliegenden, ...". Wer will, kann sie aktivieren.

Gruß, Rüdiger

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Marius Raabe Offline



Beiträge: 718

01.02.2011 19:59
#5 RE: Rechtschreibung Zitat · Antworten

Um von hinten anzufangen: Richtig und danke für den Hinweis, bei einigen Wörtern finden sich die verschiedenen Schreibweisen als Alternative in den Worteigenschaften, nicht aber bei allen (Beweis: zugrundelegen), bei anderen sind sie im Vokabular als verschiedene primär-geschriebene Formen (eigene Einträge) enthalten.

Wie problematisch man das Ganze findet, hängt wohl von individuellen Präferenzen und nicht zuletzt vom Verwendungszweck der gesprochenen Texte ab. Bei üblicher Gebrauchsprosa mag eine erratische Schreibweise verzeihlich sein – ich prüfe solche Texte auch nicht auf Konsequenz. Geht es demgegenüber um Veröffentlichungen oder um Texte, die von Prüfern, Doktorvätern und dergleichen kritisch durchgesehen werden, kann sich das Blatt durchaus wenden. Wie an anderer Stelle und vor allem von anderen sehr wortreich und mit den bekannten streitigen Folgen in diesem Forum diskutiert worden ist (und aktuell auf KnowBrainer diskutiert wird), sollte die Spracherkennung nicht zu einer Verflachung oder Verrohung der Textproduktion führen. In der Vielzahl aller Problemfälle der beschriebenen Art hilft allerdings die Rechtschreib-, Formatierungs- und Grammatikkontrolle von Word weiter.

Gruß, Marius

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R.Wilke Offline



Beiträge: 6.119

01.02.2011 20:28
#6 RE: Rechtschreibung Zitat · Antworten

Zitat
Beweis: zugrundelegen)



Gegenbeweis: zu Grunde.

Argumente wie "Verrohrung, Verflachung, Profanisierung ..." scheiden meines Erachtens von vornherein aus, da Spracherkennung immer, zumindest aber im Stile von Dragon, minimal-sprachliche Kompetenzen als Eingangsvoraussetzung vor den erfolgreichem Zugriff stellt, und somit selbst darüber wacht, nicht missbraucht zu werden. Anders als Tastatur, Maus oder ähnliche Schnittstellen. Die Streiterei darüber, was denn wie richtig geschrieben wird oder werden soll, ist doch demgegenüber vergänglich, aber irgendwie national-typisch, nach meinem Dafürhalten zumindest.


Gruß, Rüdiger

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Marius Raabe Offline



Beiträge: 718

02.02.2011 06:56
#7 RE: Rechtschreibung Zitat · Antworten

Lieber Rüdiger,

aus der Sicht der Logik der Forschung – um einen deutsch-englischen Adligen zu bemühen – akzeptiere ich den Gegenbeweis nicht, da mein Beweis für die Behauptung, dass nicht alle korrekten Schreibweisen der so genannten neuen deutschen Rechtschreibung im Vokabular berücksichtigt sind, sondern in einigen – allerdings wenigen – Fällen bisweilen falsch geschrieben wird (wie im Beispiel von zugrundelegen) nicht dadurch widerlegt werden kann, dass in anderen Fällen richtig geschrieben wird. Tatsächlich räume ich aber ein, dass auch das Wort zugrundelegen manchmal richtig getrennt geschrieben wird.

Demgegenüber stimme ich deinem Argument, dass die Spracherkennung selbst eine gewisse Barriere gegen orthografische Entgleisungen darstellt, gerne zu.
Die Diskussion um die Verflachung wird in erster Linie von denen geführt, die meinen, der Wortschatz des Drachen komme der Bildungssprache nicht entgegen, die sich gerne des Einsatzes seltener Wortformen und grammatikalischer Wendungen befleißige. Wie Du weißt, stimme ich dieser These nicht zu, habe die Diskussion darum nur evoziert, weil man es auch eine unschöne Verflachung (freilich anderer Art) nennen kann, wenn zulässige orthografische Varianten innerhalb eines Textes nicht konsequent, sondern erratisch eingesetzt werden. Die Algorithmen von NaturallySpeaking mit mit der dynamischen Zuweisung von "Confidence Scores" wirken diesem Effekt zwar tendenziell, aber eben nicht in allen Fällen zuverlässig entgegen. Ich kann damit gut leben, zumal ich auch nicht behaupten möchte, wirklich jede Rechtschreibregel bis ins Letzte (oder war es: letzte ) durchdrungen zu haben.

Gruß, Marius

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R.Wilke Offline



Beiträge: 6.119

02.02.2011 11:24
#8 RE: Rechtschreibung Zitat · Antworten

Lieber Marius,

mir war schon klar, dass Du und Sir Karl den "Gegenbeweis" nicht akzeptieren werdet, aber dafür war er auch gar nicht gedacht. Schließlich habe ich schon zu viel vom Gegenmittel intus (Feyerabend), um auf diesem Feld fahrtüchtig zu sein.

Was aber die Entscheidung über Fälle der Rechtschreibung à la "getrennt vs. zusammen" oder "groß vs. klein" betrifft, stößt eine Statistik-basierte Spracherkennung nun mal schnell an ihre Grenzen, aber auch kompetenten Sprechern und Schreibern der Sprache wollen die Regel-basierten Gesetzmäßigkeiten, woran die normativen Kräfte sich schon immer - mal mehr, mal weniger - abgearbeitet haben, nicht immer so recht einleuchten, sind und bleiben immer willkürlich und hinterlassen stets einen gesunden Rest an Unklarheit, so wie die Sprache selbst.

Ich kann damit (gut) leben.

Gruß, Rüdiger

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