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Dieses Thema hat 34 Antworten
und wurde 81 mal aufgerufen
 Berichte und Tipps
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Marius Raabe Offline



Beiträge: 718

28.03.2010 08:38
#31 RE: Spracherkennung versus Schreibkraft Zitat · Antworten

Naja – die Spannung zwischen Sprache und Erkenntnis lässt sich hoffentlich nicht ganz auf „Spracherkennung“ herunter brechen (meint einer, der mal über „Grundrechte und Erkenntnis“ seine Diss geschrieben hat, haha), und zu den geschraubten Formulierungen kam es, weil ein gewisser Teilnehmer meinte, als Schraubendreher würde der Drache zu häufig abbrechen (= Fehler machen).

Nicht nur der dezente Hinweis von oguh lässt mich vermuten, dass die meisten Teilnehmer im Forum landen, weil eben tatsächlich nicht ganz alles so einfach, problemlos und fehlerfrei funktioniert wie gewünscht. Die Frage ist bloß, ob das bei einer so komplizierten Technologie nicht auch eine überzogene Erwartung wäre – das sollte mein dezenter Hinweis auf andere Foren andeuten - es gibt schließlich auch das eine oder andere zu Windows. In beiden Fällen muss der Benutzer nicht nur den korrekten Umgang mit der Software lernen, sondern auch, sich mit gewissen Unzulänglichkeiten vorläufig abzufinden. Sicher wird auch bei der Spracherkennung von Version zu Version (fast) alles besser - so lange greifen wir gern auf unsere Selbsthilfegruppe und die Kenntnisse des Meisters zurück!



Gruß, Marius Raabe

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R.Wilke Offline



Beiträge: 6.119

28.03.2010 14:45
#32 RE: Spracherkennung versus Schreibkraft Zitat · Antworten

Na, Herr Raabe, das ist ja interessant, was Sie da ansprechen! Vielleicht ist Ihnen nicht bewusst, welche Türen Sie damit öffnen, oder vielleicht doch, insgeheim? Wenn Sie sich schon mit dem Thema befasst haben, ist Ihnen doch sicherlich bekannt, dass "Sprache" und "Erkenntnis" so unterschiedlich gar nicht sind. Allenfalls vielleicht lediglich zwei verschiedenen Seiten derselben Münze, wenngleich diese Sichtweise wieder einen nicht unproblematischen Dualismus im Denken beschwört, dem aber schwer zu entkommen ist, wenn man auf dem Boden der christlich-abendländischen Tradition die Welt zu betrachten gelernt hat.

Jetzt werden sicher viele, die dies lesen, abwinken und sich fragen, was soll diese Spinnerei, insbesondere im Zusammenhang mit Spracherkennung. Zugegeben, wir kommen immer weiter vom ursprünglichen Thema ab, scheinbar zumindest, aber nähern uns einem aus meiner Sicht gleichzeitig viel zentraleren Thema.

Ich nehme an, wir sind uns einig darüber, dass die erfolgreiche Verwendung von Spracherkennung nach dem heutigen Stand der Technik an vielen Stellen von unserem Verständnis davon abhängt, wie sie funktioniert und wo ihre Grenzen liegen, und wie wir lernen damit umzugehen. Um dies aber richtig einzuschätzen, ist es meines Erachtens unerlässlich, zumindest ein Grundverständnis davon zu haben, was menschliche Sprache eigentlich ist und wie sie funktioniert, und die beiden Systeme parallel im Auge zu haben. Ich möchte das hier nur andeuten, aber der Systemvergleich beginnt auf der Ebene der Funktion der elementaren Einheiten, der Sprachlaute, im Gesamtsystem und zieht sich durch alle Etagen hinauf durch, bis zum Satzbau.

Das Thema ist zwar nicht so schwermütig, wie es nun klingen mag, aber nur in dem Maße, wie wir begreifen, wie Sprache und menschliches Sprachverständnis einerseits und demgegenüber maschinelle Spracherkennung andererseits strukturiert sind, werden wir anerkennen, wo die Grenzen liegen, und uns nicht mehr so sehr über bestimmte Erscheinungen wundern, oder gar versuchen, daran mit Gewalt zu "drehen".

Betrachten wir doch einmal, wie sich andere Technologien im Laufe langer Zeiträume entwickelt haben. Die ersten Automobile waren so konstruiert, dass nur diejenigen sie einigermaßen erfolgreich bewegen konnten, die zugleich auch im Stande gewesen wären, sie zu bauen, zumindest aber permanent zu reparieren.

Heute hat die Automobil-Technik einen Stand erreicht, wo wir nach wenigen Stunden Unterricht im Stande sind, uns weit gehend gefahrlos durch den stärksten Verkehr zu bewegen, wobei der Unterricht sich im wesentlichen auf die Verhaltensregeln im Verkehr konzentriert und die Technik als solche praktisch keine Rolle mehr spielt. Bei einem modernen Fahrzeug sind wir fast nicht mehr genötigt, auch nur jemals die Motorhaube zu öffnen, und eines Tages vielleicht brauchen wir dem Auto nur noch zu sagen, wo wir hin wollen, und alles weitere ergibt sich auto-matisch.

Wenn wir diese Analogie einmal auf den Entwicklungsstand der Spracherkennung anwenden wollen, würde ich meinen, sind wir schon sehr weit in der Zeit nach der ersten großen Ölkrise angekommen.

Viele Grüße
Rüdiger Wilke

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Marius Raabe Offline



Beiträge: 718

29.03.2010 15:36
#33 RE: Spracherkennung versus Schreibkraft Zitat · Antworten

Lieber Herr Wilke,

ob die „Grenzen meiner Sprache“ nun tatsächlich die „Grenzen meiner Welt“ sind, wie das Diktum von Herrn Ludwig W. postuliert, lasse ich für unsere Zwecke mal dahingestellt und es mal dabei, dass die Grenzen meiner Spracherkennungssoftware die Grenzen meines Vergnügens am Verfassen von Beiträgen für das Forum sind

Ihr Auto-Beispiel expliziert aufs Schönste die Lage der Dinge und eine optimistische Sichtweise hinsichtlich der weiteren Entwicklung.

Allerdings muss man die Sichtweise aber wohl auch sozial differenzieren: So wie es einigen genügt, mit dem Auto einfach nur zu fahren, andere aber sich gerne im Internet-Foren über die schönsten Tuning-Varianten verbreiten (und diese realiter auch umsetzen), so wird es auch bei den Benutzern der Spracherkennung immer „solche und solche“ geben, vom mehr oder minder ambitionierten Anfänger über den Perfektionisten bis zum wissenschaftlich interessierten Linguisten..., wobei ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass sich in den Foren vor allem die Kategorie der Perfektionisten tummelt, und zwar gerade was Ergonomie und Effizienz am Arbeitsplatz angeht.
Gruß, Marius Raabe

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a.wagner Offline



Beiträge: 420

30.03.2010 11:31
#34 RE: Spracherkennung versus Schreibkraft Zitat · Antworten

Hallo,

ich bin ja ein bisschen erstaunt, was ich mit meiner Frage angerichtet habe.

Das ursprüngliche Thema, ob das Arbeiten mit Spracherkennung effektiver ist als das abtippen durch eine Schreibkraft, hat sich scheinbar erledigt beziehungsweise in die Frage entwickelt, ob eine Software mehr sein könnte als das Produkt menschlicher Ideen für eine sinnvolle Benutzung des Computers. Außerdem sehe ich hier nun weiter die Frage, welche Auswirkungen Spracherkennung auf die menschliche Sprache beziehungsweise das Schreiben hat. Das sind eigentlich 2 völlig neue Themen, die weiter verfolgt werden sollten.

Ich rege daher zunächst an, dass unser Administrator hier Vorkehrungen trifft, damit diese Themen auch getrennt behandelt werden können.

Für uns alle wäre natürlich auch eine Art und Weise der Kommunikation sinnvoll, die diese Fragen immer wieder ins Gedächtnis ruft. In vielen anderen Bereichen ist es üblich, eine Tagung zu irgendeinem Thema zu machen. Dazu werden wir sicherlich nicht die Zeit aufwenden wollen. Außerdem müsste ja sicherlich auch überlegt werden, mit welchem Ziel die Diskussion geführt wird. Wollen wir dem Hersteller sagen, wie er in Zukunft die Software programmieren möchte? Oder verfolgen wir eher das Ziel, uns bewusst zu machen, dass Spracherkennung nur ein kleiner Teil des ganzen Lebens ist? Oder wollen wir einfach unsere Meinungen hinterlassen, damit auch andere davon erfahren?

So etwas geht mir jedenfalls durch den Kopf, wenn ich die ganzen Beiträge zu dem Thema hier lese. Für mich ist es eigentlich egal, wie die Software heißt, die die Spracherkennung durchführt. Die Hauptsache ist, das funktioniert richtig effektiv, schnell und ist kostengünstig. Dann nützt sie mir bei meiner Arbeit und manchmal auch bei meinen privaten Dingen, wenn ich etwas schreiben muss.

Grüße

A. Wagner

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R.Wilke Offline



Beiträge: 6.119

30.03.2010 18:47
#35 RE: Spracherkennung versus Schreibkraft Zitat · Antworten

Zitat von a.wagner
Außerdem sehe ich hier nun weiter die Frage, welche Auswirkungen Spracherkennung auf die menschliche Sprache beziehungsweise das Schreiben hat. Das sind eigentlich 2 völlig neue Themen, die weiter verfolgt werden sollten.

Ich rege daher zunächst an, dass unser Administrator hier Vorkehrungen trifft, damit diese Themen auch getrennt behandelt werden können.



Hallo Herr Wagner,

die Frage ist sicherlich interessant und nicht unberechtigt, und vielen Dank, dass Sie an mich gedacht haben. Aber, dieses Forum soll nicht auch zuletzt den Teilnehmern und Teilnehmerinnen Raum und Gelegenheit geben, initiativ zu werden, quasi ein Forum zum selber machen, wenn man so will.

Also, frisch ans Werk, und keine Angst vor gewagten Fragen und Thesen!

Rüdiger Wilke

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